Licht und Liebe sind die Quellen des Lebens (Abendsonne am Palapa Beach in Las Terrenas)
Posts mit dem Label Evidenz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Evidenz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. November 2013

Das diabolische Weltbild

Die Liebe, der freie Wille und die Evidenz
Wir Menschen werden durch die Schöpfung mit drei Fähigkeiten in diese Welt getragen, mit der Liebe, dem freien Willen und mit der Evidenz. Die Liebe ist das, was uns mit allem anderen und mit uns selbst verbindet. Der freie Wille ist die Fähigkeit, 'Nein' sagen zu können und uns zu verweigern. Die Evidenz ist die Fähigkeit, eine Gewissheit von etwas in uns zu tragen, die keines Beweises bedarf. Diese drei Fähigkeiten machen uns zu eigenbestimmten Menschen, unabhängig vom Materiebewusstsein.


Materiebewusstsein
Das Materiebewusstsein ist die Fähigkeit, uns mit der Materie zu identifizieren, ein Bewusstsein zu erlangen, sich mit allem zu identifizieren, was um uns ist, einschliesslich unser materieller Körper. Solange wir uns mit dieser Materie identifizieren, sind wir (noch) keine Menschen, wir sind fremdbestimmte Geschöpfe.


Diabolo
Wer oder was ist Diabolo?
Das Diabolische wird zu Unrecht als das Teuflische bezeichnet.
Diabolisch ist der Zweifel, der Fall in Zwei. dia = entzweien, ballein = werfen, geworfen.
In unserer Welt ist der Zweifel, der Fall aus der Einheit in die Zweiheit jenes Menschsein, das uns in unserer Zeit zu eigen ist.  Das Verzweifeln ist das Endstadium des Geworfenseins aus der Einheit in die Zweiheit. Was ist denn die Einheit vor dem Diabolischen? Es ist das Gottesbewusstsein, das Bewusstsein, Exponent Gottes, des Schöpfers zu sein.

Wir Menschen neigen dazu, einem anderen die Schuld zu geben, wenn es uns schlecht geht. Mithin wird das Böse verabsolutiert und einem Teufel zugeschrieben, um uns selbst rein zu waschen. Aber das Teuflische, es ist in uns selbst, nicht woanders. Daher muss Verzweiflung immer als ein Auswegloses bezeichnet werden, etwas, woran wir selbst eine Verursachung tragen. Und diese Verursachung ist unser Bewusstsein, nicht göttlich zu sein, nicht in der Einheit mit unserem Schöpfer zu sein, ein Fall zu sein, ein Fall in Zwei.

Das Diabolische ist also in uns selbst, wir selbst sind Diabolo, wenn wir nicht mehr das Gottesbewusstsein in uns tragen, sondern das Diabolische, den Fall in Zwei.

Wer oder was bin ich?

Es gibt nur und allein eine Möglichkeit zu erkennen, wer ich wirklich bin und das ist die Evidenz. Nur in der Evidenz erkenne ich mich selbst, es gibt keine andere Art von Selbsterkenntnis

Was heisst Evidenz?

Evidenz ist nach Husserl in einem allerweitesten Sinne eine Erfahrung von Seiendem und So-Seiendem, eben ein Es-selbst-geistig-zu-Gesicht-Bekommen. Im Sinne der Goetheschen erkenntnistheoretischen Weltanschauung ist das einzig Unbezweifelbare das Ich Bin in mir selbst, die Erfahrung des inneren Selbstes im Menschen, das ich nur jeweils in mir selbst als Seinsgewissheit, als ein reines evidentes Bewusstsein erfahren kann. In der Ableitung von diesem Sein oder So-sein gehört alle Erfahrung, die mit der Seinsgewissheit des Ich Bin verbunden ist, zur Evidenz, zu dem, was a priori seinen eigenen Beweis in sich trägt und das ist die Erfahrung an sich.


Zur Vergleich
„Evidence“ heisst im Englischen „Beweis“, „Klarheit“. „I have evidence that Peter poisoned our cat“ würde heissen „Ich habe Beweise dafür, dass Peter unsere Katze vergiftet hat.“. „It is evident that people are living longer now than they did 100 years ago“ heisst „Es ist völlig klar und bewiesen, dass Menschen heute länger leben als vor 100 Jahren“. Im Englischen bedarf  'Evidenz' des Nachweises, im Deutschen nicht, weil Evidenz hier selbst der Beweis ist.
Im Deutschen heisst „Evidenz“ gerade das, was keinerlei Beweises bedarf: „Es ist evident, dass die Summe der Winkel im Dreieck 180 Grad beträgt“. „Es ist evident, dass die Durchschnittstemperatur im Sommer höher ist als im Winter.“ „Wahre Sätze können nicht falsch sein. Das ist evident.“ Derlei Aussagen bezeichnen wir im Deutschen als evident. Das Englische „evident“ bezieht sich, philosophisch gesprochen, auf Aussagen „a posteriori“, um mit Kant zu reden, also auf solche, die empirischer Belege bedürfen, damit sie richtig sind. Das Deutsche „evident“ bezieht sich auf Aussagen „a priori“, die eben genau keiner Belege bedürfen, weil ihre Richtigkeit logisch aus akzeptierten Prämissen abgeleitet ist. Soweit einmal die sprachliche Analyse.